Reinigungszeiten – Optimierung und Prämienlohn

Reinigen und Säubern der Maschinen, Werkzeuge und des Arbeitsplatzes, immer wieder ein dankbares Thema in Prämienlohnbereichen als auch bei Diskussionen um Verbesserungen.

Während sich alle Welt mit der Optimierung der Fertigungsabläufe beschäftigt, mit der Optimierung von Rüstzeiten und auch gerne von TPM spricht: die Reinigungszeiten sind und bleiben Stiefkinder.

In Prämienlohnbereichen möchte man sie oft gerne aus der Leistungsberechnung herausrechnen, geschieht dies nicht, ist es oft Dauerthema auf das sich dann schließlich auch der Betriebsrat noch stürzt. Hat man es schließlich so vereinbart, daß diese Zeiten herausgerechnet werden, so kann man stets beobachten, daß ab diesem Moment die benötigten Zeiten nie mehr kleiner werden und oft kontinuierlich ansteigen. Besonders an Freitagen ist dies u beobachten. Klar ist, es gibt keinen Anreiz zur Verringerung oder Verbesserung mehr, wenn die Zeitverbräuche aus der Leistung herausgerechnet werden.

Schnell kommt dann die Diskussion auf, die Reinigung von einer Servicetruppe machen zu lassen, am besten sogar extern, da die eigenen Mitarbeiter dafür zu teuer seien.

Jedoch spricht dies gegen die Überlegungen im TPM-Konzept; die eigene Maschine zu reinigen, den Arbeitsplatz sauber zu halten gehört  hier zu den Punkten, die eine Verbesserung ermöglichen. Als Gründe sind hier nur kurz zu nennen: bessere Kenntnisse über Besonderheiten der Maschinen, Überlegungen zur Vermeidung von Schäden und Schmutz, bessere Identifikation mit der Arbeit, flexiblere Zeiteinsatz und ähnliches.

Und oft stellt sich die Frage: wenn man täglich die notwendige „Standard“-Reinigung durchführt, bedarf es dann der aufwendigen Reinigung am Ende der Woche? Wäre es nicht viel besser, jeden Tag den Schmutz zu beseitigen? Und wenn man es jeden Tag macht, dann ist der dafür benötigte Zeitverbrauch gering und ein Verbleib in der Leistungsrechnung würde nicht soviel Aufregung erzeugen. Verzichtet man dagegen auf die tägliche Reinigung und „sammelt“ den Schmutz bis Freitag: Warum soll dann die Zeit nun herausgerechnet werden?

Im Sinne der Wirksamkeit von Anreizsystemen soll gerade nichts herausgerechnet werden, die Argumentation muß sein, daß die dafür benötigten Zeiten zur normalen Arbeit dazugehören und demgemäß anteilig auch in den Vorgabezeiten enthalten sind.

Aber selbst wenn man diesem Gedanken nicht folgen will und die Reinigung als erheblichen Zeitverbraucher sieht, so kann diesen doch systematisch angehen. Deshalb bedarf es dazu einigen Überlegungen, ganz im Sinne von Rüstzeitoptimierungen und Ablaufstudien.

Schritt 1 ist, daß festgelegt wird, was überhaupt zu reinigen ist. Also welche Maschinen, was an den Maschinen, welche Arbeitsplätze und so weiter. Ebenso muß dabei erarbeitet werden, wann und unter welchen Bedingungen diese geschehen soll. Es macht sicher keinen Sinn, zb die Reinigung dann zu machen, wenn diese Maschinen noch benötigt wird und andere Mitarbeiter dadurch Leerlauf haben.

Schritt 2 folgt dann, hierbei wird definiert, wie diese Dinge zu säubern sind, zb durch Absaugen, Pressluft, Besen, Lappen, Tücher etc. Hierbei erlebt man meist Erstaunliches, nämlich, daß diese Dinge niemals besprochen wurden, daß Mitarbeiter dies nach Gutdünken machen, mit falschem Werkzeug und Methoden (zb ausblasen satt absaugen, mit Lappen statt mit Bürsten etc.). Auch wird man oft nun erkennen, daß es jeder Mitarbeiter anders macht, daß die Werkzeuge dazu nicht verfügbar sind, gesucht werden müssen, nicht vollständig, vergammelt oder nicht in ausreichender Anzahl vorhanden sind. Hier entsteht ein großes Feld der Optimierung, das in den meisten Betrieben vernachlässigt wird. Es ist eben nicht besonders hipp und schick, sich mit Lappen und Besen zu beschäftigen und mit Überlegungen zum richtigen Reinigungsmittel oder der Staubsaugerdüse.

Die Essenz dieser Aktion ist schließlich ein Reinigungsplan. Und für diesen lassen sich die dafür benötigten Zeiten ermitteln und beim Ablauf und Begleiten möglicherweise weiteres Potential erkennen.

Diese so ermittelten Zeiten gelten dann als Vorgaben, Ziel ist dann nicht diese permanent zu unterbieten, denn dies ginge nur durch Weglassen von Reinigungsschritten oder durch eine Änderung im Prozeß (diese sollte aber wiederum im Reinigungsplan sich wiederfinden). Ziel ist dann, die Reinigung in diesem Zeitfenster zu machen, dann kann diese Zeit auch in die Leistungsrechnung einfließen.

So geht KVP

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