Tote Prämiensysteme

Tote Prämiensysteme: Prämiensystem sind in den Unternehmen meist die Systeme und Methoden, die die längste Haltbarkeit aufweisen. So gut das zunächst klingen mag, so problematisch ist es bei genauerem Hinsehen. Viele Systeme wurden eingeführt und sind manchmal länger im Einsatz als der älteste Mitarbeiter an Betriebszugehörigkeit aufweisen kann. Einführung Gruppenarbeit, Einführung SAP-System, BDE, neue Technologien, neues Management oder neue Mitarbeiter und Betriebsräte hat das Prämiensystem genauso überdauert wie Organisationsänderungen, neue Produkte und Produktionsverfahren, neue Eigentümer, lean production, Qualitätsmanagement oder neue Zeitmodelle.

Im besten Fall wurde das Prämiensystem immer wieder angepaßt, meist gut erkennbar an diversen Änderungen und Ergänzungen zur Betriebsvereinbarung. Doch ist es wirklich gut? Wie wäre es, wenn Sie als Dienstwagen einen Mercedes 250 aus den 80-er Jahren bekommen würden, überlackiert, mit diversen Tauschteilen und aufgesteckten Kopfstützen aus dem Supermarkt der 90-er Jahre? Sicher er fährt, aber fährt er auch sicher? Glauben Sie, daß dies Ihren heutigen Anforderungen entsprechen würde? Sicherlich nicht.

Bei Prämiensystem nimmt man das dagegen hin. Es funktioniert ja, d.h. es rechnet aus, welcher Mitarbeiter wieviel Geld bekommt. Eine genauere Analyse zeigt dann aber meist auch, daß der Mitarbeiter die Prämie auch dann bekommt, wenn das Ergebnis der Abteilung – sei es das Produktivitätsergebnis, sei es das Qualitätsergebnis- nicht so toll war. Dann wird – das war eben früher so üblich – eben gerechnet bis es paßt. Stunden werden herausgebucht, Leistungen korrigiert, Qualitätszahlen relativiert.  Gleichzeitig wird damit eine Anspruchskultur geschaffen und gepflegt, die da lautet: „Prämie gibt es immer“. Und eben auch fast immer in gleicher Höhe. Sind aber die realen Ergebnisse nicht Monat für Monat konstant und geben hier und da Anlaß zu Sorge oder zu schlechter Stimmung, dann bedeutet das: Das Prämiensystem ist tot. Es wirkt nicht mehr, die Ruhe an der Front ist nichts anderes als Friedhofsruhe. Personalabteilung und Management reiten einen toten Gaul und merken es oft nicht einmal.

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