Mitarbeiterbeurteilung – das Aschenputtel des Leistungslohns

Wenn einem nichts einfällt, dann macht man eben die Mitarbeiterbeurteilung. „Besser als nichts“ oder auch „weil wir es müssen“. Wen wundert es, daß mit diesen Vorzeichen und Einschätzungen dieses Instrument keine Wertschätzung erfährt, sowohl bei Vorgesetzten als auch bei Mitarbeitern? Und da man schon keine rechte Lust verspürt, sich mit diesem Instrument auseinanderzusetzen wird dann auch oft eine Standard-Beurteilung übernommen, wie sie zb der ERA Tarifvertrag vorsieht. Da liest man dann zum Kriterium „Flexibilität“ mögliche Einstufungen wie

  1. „Das Leistungsniveau entspricht dem Ausgangsniveau der Arbeitsaufgabe“
  2. „Das Leistungsniveau entspricht im Allgemeinen den Erwartungen“
  3. „Das Leistungsniveau entspricht im vollem Umfang den Erwartungen“

Das klingt wie künstliche Zeugnissprache, man schwurbelt um die Dinge herum, die nicht genannt werden und doch zur Unterscheidung im Geld führen sollen. Selbstredend wird das nichts. Der Mitarbeiter fühlt sich hier nicht bedroht und schon gar nicht motiviert, Änderung oder die Notwendigkeit dazu geht ebenso unter wie ein klares Lob. Ganz zu schweigen vom Gummi-Begriff „Flexibilität“ unter was man alles und nichts verstehen und dann auch beurteilen kann.

Eine solche Standard-Beurteilung braucht niemand und kein Unternehmen.

Dabei gibt es bessere Lösungen. Beurteilungen mit Kriterien, die die Ziele im Unternehmen und die Wichtigkeit sowie die Prioritäten widerspiegeln. Einstufungen, die scharf sind, und keinen Spielraum für diplomatische Lösungen zulassen sondern Entscheidungen und Rückgrat erfordern. Und dann wird dieses verschmähte Instrument zum Instrument der Mitarbeiterentwicklung und zum Mittel zur gerechteren Entlohnung. Fragen Sie mich.

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Über wetterjoerg

Unternehmensberater und -Begleiter aus der Praxis für die Praxis
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