Rosinenpicken bei Prämie ?

Vorgabezeiten fürs Rüsten ? Nein auf keinen Fall. Oder aber doch, vorausgesetzt, die Zeiten sind großzügig. Vorgaben für Reinigen am Schichtende? Nein, niemals. Es soll ja schließlich sauber sein. Ausser… siehe oben. Prämienverlust bei erschwerter Verarbeitung wegen hohen Aussentemperaturen? Never ! Leicht zu erreichende Prämie bei idealen Umwelt-Bedingungen, aber ja doch. Zeitgutschrift bei schwerer verarbeitbarem Grundmaterial, selbstverständlich. Bei optimalen Grundmaterial dann Prämienabzug? Unverschämtheit!

Auf was ich hinaus will? Nun, man nennt dies umgangssprachlich „Rosinenpicken“. Gerne wird diese Methode von Arbeitnehmervertretern bei der Diskussion um die Gestaltung von variablen Entgeltmodellen angewendet. Ganz nach dem Motto: Erfolg und Vorteile für den Mitarbeiter, Mißerfolg, Nachteile und Risiko für den Arbeitgeber. Ich bezeichne so etwas auch „einseitig elastisch“. Klar muß aber sein, daß mit dieser Grundhaltung niemals ein für beide Seiten attraktives Modell zustande kommt, der Verlierer ist hier schon festgelegt. Auch muß klar sein, daß mit jeder Rosine, die gepickt werden soll, das Modell komplizierter wird. Und mit der zunehmenden Kompliziertheit nimmt auch die Angreifbarkeit zu. Ein sicherer Weg in die Prämienlohnfalle und weit, weit weg von „lean“.

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