Prämienlohn – die Büchse der Pandora ?

Produktivität? Ja klar. Das muß rein in das neue Lohnmodell. Qualität? Selbstverständlich! Termintreue? Auch, unbedingt. Aber die Gerechtigkeit darf auch nicht vergessen werden. Deshalb muß es spezielle Lösungen für ältere Mitarbeiter geben. Und für die in Schichtarbeit. Fehlzeit berücksichtigen wäre auch nicht schlecht. So oder ähnlich hört es sich an, wenn man am Anfang eines Lohnprojektes steht. Geschäftsleitung, Betriebsrat und Personalabteilung sind die Beteiligten. Doch schnell kommen die Produktions- oder Fertigungsleitung, die Logistikleitung und auch der Vertrieb dazu. Und ehe man es sich versieht, gibt es neue Wünsche und Vorschläge so wie die ersten Abneigungen. Nebenzeiten, unterstützende Prozesse und Tätigkeiten, Überwachungstätigkeiten, Einrichten und Reinigungszeiten seien zu berücksichtigen oder auch nicht. Dann erscheint die Arbeitsvorbereitung auf dem Spielfeld, die Vorgabezeiten seien fehlerhaft, nicht vollständig, nicht aktuell oder sonst wie problematisch. Das Controlling gesellt sich dazu und rechnet Kosten hin und her, liefert neue und andere Zahlen. Die IT mischt sich mit ein und sieht generelle Bedenken, da die vorgesehene Software irgendwelchen Protokollen oder selbst gesetzten Standard widerspricht oder zumindest nicht genau entspricht. Der Einkauf will mit dem Berater verhandeln und sucht nach Alternativen bei Beratung und der Software. Das Marketing soll mitmischen und dem Projekt intern einen guten Anstrich geben, gerne auch auf dem Intranet, was die IT-Abteilung wieder auf den Plan ruft. Die Personalabteilung ruft nach Schulungen wie auch der Betriebsrat, die einen nennen es Personalentwicklung, andere anders. Die Schulungen soll aber dann nicht der Berater machen sondern doch ein gewerkschaftsnahes Institut. Und dieses empfiehlt dann mehr auf Mediation, Konsens und Psychologie zu setzen und entwickelt neue Kennzahlen. Usw. Und wer hier nicht schon von Anfang einen roten Faden und einen Plan hat, sieht sich plötzlich vor roten Linien und das Projekt wird zu dem, was man als die „Büchse der Pandora“ bezeichnet. Einmal geöffnet läßt sie sich nicht wieder schließen und es kommt nur noch Unschönes heraus und dazu.

Deshalb bedarf es vor Beginn und dem Erstellen der Einladungen bereits einen konkreten Plan mit einem roten Faden. Und jemand, der immer wieder diesen Faden findet oder zumindest darauf deutet.

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