Einzelprämie oder Gruppenprämie ?

Immer wieder wird diskutiert, ob eine Gruppenprämie oder Einzelprämie der bessere Weg sei. Das läßt sich nur beantworten, wenn „besser“ zunächst definiert wird. „Besser“ im Sinne für die Mitarbeiter oder das Unternehmen? Für die Abrechnung? Für die Ergebnisse? Die Leistung, die Qualität, den Teamgedanken, die Verbesserung, den KVP? Besser für die Leitung des Bereichs? Für die Planung? Es gibt also viele einzelne „Besser“ und manche davon machen sich gegenseitig Konkurrenz dabei. Die Praxis zeigt, daß vor allem die Einzelprämie dann gewählt wird, wenn erhebliche Leistungsunterschiede bei den Mitarbeitern vorhanden sind oder vermutet werden und diese als ungerecht empfunden werden könnten bei einer einheitlichen Gruppe- oder Teamprämie. Wobei besonders die Vorgesetzten dann diese Einzelprämie propagieren, meist gehen sie damit der lästigen Diskussion über schlechte Leistung Einzelner aus dem Weg. Doch diese wird dann mit der Einzelprämie eher festgeschrieben, eine Veränderung z.B. durch Gruppendruck wird verhindert. Und auf Dauer wird die Führung statt leichter schließlich noch schwerer. Der Wunsch nach Gerechtigkeit schafft oft nur neue Ungerechtigkeiten. Und der Aufwand der Einzelprämie wird ebenfalls häufig unterschätzt. Denn es ist ja nicht nur damit getan, die Daten des Einzelnen zu erfassen. Es muß auch noch ausgewertet, abgerechnet und normalerweise noch besprochen werden. Doch ich kenne KEINEN Betrieb, in welchem die Einzelergebnisse von Einzelprämien mit Mitarbeiter besprochen werden. Und eine „schweigende“ Prämie erfüllt selten ihren Zweck.

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Unternehmensberater und -Begleiter aus der Praxis für die Praxis
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