Geld und Gerechtigkeit

Mehr ist immer gut und wirkt. So ähnlich wird manchmal bei der Einführung von Prämienlohn diskutiert. Und dann wird auch oft über Gerechtigkeit geredet. Doch wie definiert diese sich? Ab wann ist das Maß der Ungerechtigkeit voll und z.B. ein Mitarbeiter verzichtet lieber auf eine Lohnerhöhung als daß er gleichzeitig zu einer empfundenen Ungerechtigkeit seine Zustimmung gibt?.

Dazu ein Beispiel aus einem Verständnisspiel. Es werden 100 Euro ausgelobt, das Geld soll zwischen zwei Kollegen aufgeteilt werden. Dabei ist es egal, wieviel jeder bekommt, die Bedingung ist nur, daß beide profitieren. Person 1 soll die Quote festlegen, wieviel jeder von den 100 Euro bekommt. Bedingungen sind, daß jeder mehr als vorher haben muß und es nur einen einzigen, finalen Vorschlag gegen darf, also nicht verhandelt wird. Und die weitere Vorgabe ist, daß Person 1 so viel wie möglich für sich herausholen soll. Aber der Deal kommt erst zustande wenn Person 2 dem Aufteilungsvorschlag von Person 1 zustimmt. Erfolgt keine Zustimmung, so verfällt der Gesamtbetrag und keiner hat irgend etwas davon. Was denken Sie, wie wird Person 1 aufteilen? Nimmt man den ersten Satz des Artikel als Leitsatz oder ökonomisch ausgedrückt, nimmt man den Homo Oeconomicus als Richtschnur, so könnte Person 1 richtigerweise vorschlagen, sich selbst 99 Euro zu geben und Person 2 dann einen Euro. Person 1 hätte das Maximale für sich herausgeholt, beide hätten mehr als vorher, das Prinzip des Homo Oeconomicus wäre erfüllt, der Logik folgend müßte Person 2 zustimmen. Das wird sie aber nicht machen in der Realität, probieren Sie es aus!

Den schmalen Grat zwischen Anreizsystem und „Ungerechtigkeitsverstärker“ richtig zu begehen, das erfordert Erfahrung. Etwas womit wird dienen können. Wetter Unternehmensberatung.

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Unternehmensberater und -Begleiter aus der Praxis für die Praxis
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