Wenn der Weihnachtsmann die Prämie mitnimmt

In einem Unternehmen mit Prämienlohn entschloß sich das Marketing, dieses Jahr zu Weihnachten allen Bestellungen Schokoladenweihnachtsmänner beizulegen. Da die normale Verpackung der Ware aber dazu nicht richtig geeignet war, entstand beim Versand deutliche Mehraufwand. Wie damit umgehen, war und ist die Frage, die sowohl Mitarbeiter als Betriebsrat stellten. Denn die Prämie soll ja nicht kleiner werden, so der Tenor. Tja, mit diesem gedanklichen Vorzeichen ist es ja leicht. Man kann nun die zusätzlich benötigten Zeiten herausrechnen, wenn sich diese irgendwie erfassen lassen. Dann „stimmt“ die Prämie, dafür ist die Produktivitätsrechnung nun verändert, unvollständig oder falsch. Oder man kann eine Zeitgutschrift geben, über die Höhe kann dann verhandelt werden. Aber: wie hoch soll diese sein? Wie die bisherigen Durchschnittswerte? Dann hat man das wieder neu geschaffen, was man mit der Abschaffung von althergebrachten und überholten Akkordregeln weghaben wollte. Wie man sieht beides sehr schlechte Ideen. Und was sagt die betriebswirtschaftliche Betrachtungsweise? Verdient das Unternehmen irgendwie mehr durch den Versand der Marketingmaßnahme? Arbeitet man besser? Natürlich nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Und deshalb kann es keine Gutschriften oder Herausrechnungen geben. Braucht man länger wegen der größeren Umständlichkeit, dem Mehraufwand, dann ist die Produktivität geringer. Und damit auch die Prämie. Nur so besteht der Anreiz, auch die Produkte mit den Weihnachtsmännern in gleicher schneller Weise zu verpacken wie bisher. Und wenn dies eben nicht gelingt, dann hat man nichts erreicht. Und deshalb kann ja auch nicht „prämiert“ werden. Eine Prämie gibt es für „besser“, „toll“ oder „ausgezeichnet“ und nicht für „nichts erreicht“, „schlechter“ oder „dabei gewesen“. Klingt hart. Ist aber der einzige richtige Weg.

Viel besser als jedes Weihnachtsgeschenk ist eine dauerhafte, gutgemachte Prämienentlohnung zusammen mit einem gerechten und richtigen Grundentgelt. Fragen Sie uns, wir können das und machen das. Nicht nur zur Weihnachtszeit. Wetter Unternehmensberatung

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