Anwesenheitsprämie

Immer wieder kommt die Diskussion auf, ob eine Anwesenheitsprämie gut oder überhaupt machbar sei. Betriebswirtschaftlich macht es sicher wenig Sinn, eine Prämie zu bezahlen alleine für die Anwesenheit und diese dann zu verringern bei Abwesenheit. Vielmehr soll die betriebswirtschaftliche Rechnung so sein, daß durch diese Prämie ein Anreiz besteht, nicht „krank zu machen“ und schließlich die somit reduzierte Fehlzeitquote die Kosten der Prämie überkompensiert. Das setzt dann etwa den Rahmen, wie hoch eine solche Prämie sein könnte. Jedoch muß jedem klar sein: der wirklich wenig ehrliche Mitarbeiter macht ebenso eine Kosten-/Nutzenrechnung. Und hier sieht dann die Rechnung wie folgt aus: Wert des „freien“ Tages gegenüber Prämienverlust. Beispiel: Monatslohn 2000 Euro. Also etwa 100 Euro am Tag. Prämie bei voller Anwesenheit 200 Euro. Prämie bei einem Fehltag im Monat 190 Euro. Ein Fehltag: Wert 100 Euro. Prämienverlust also 10 Euro. Die 10 Euro wiegen dann nicht schwer. Also muß die Prämienreduzierung höher ausfallen, das wiederum trifft dann die „Echt-Kranken“ doppelt. Ein Dilemma, zu entscheiden ist nach dem geringeren Übel und der Größe des Problems.

Anders aber sieht es aus, was die rechtliche Situation angeht. Wird die Prämie nämlich immer bezahlt, so zählt sie zum regulären, regelmäßigen Arbeitsentgelt. Und das Entgeltfortzahlungsgesetz legt fest, daß im Krankheitsfall der Durchschnitt (aus drei Monaten) des regelmäßigen Entgelts bezahlt werden muß, also mit Prämie. Beispiel: Mitarbeiter ist 3 Monate lang nie krank und bekommt die volle Prämie, z.b. 200 Euro im Monat. Im vierten Monat ist er zur Hälfte krank. Für diese Kranktage erhält er dann den Durchschnitt aus den vergangenen drei Monaten. Das sind aber genau die 200 Euro. Also bekommt er trotz Fehlzeit wieder die gleiche Anwesenheitsprämie. Wer sich an das Gesetz hält, kann also keine Anwesenheitsprämie in dieser einfachen Form machen. Aber es gibt Alternativen, die gesetzeskonform sind und trotzdem wirken. Fragen Sie uns!

Antworten gibt es bei Wetter Unternehmensberatung. Aus der Praxis für die Praxis

Über wetterjoerg

Unternehmensberater und -Begleiter aus der Praxis für die Praxis
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Lohnsystem abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.