Kriterien bei Beurteilungssystemen

„Beurteilen Sie die Leistung des Mitarbeiters“ – Und schon sind wir mitten in den „Nasenfaktoren. Denn was soll hier beurteilt werden? Die Geschwindigkeit? Die Genauigkeit? Die Sorgsamkeit? Die Effizienz? Alles zusammen? Hier bleibt unklar, was beurteilt werden soll und führt dann dazu, daß jeder Mitarbeiter irgendwie anders beurteilt wird. Beim einen ist es die Fehlerfreiheit, beim anderen die Geschwindigkeit, beim Dritten dann die Umsicht und Erfahrung. Und am Ende sind alle mehr oder weniger falsch beurteilt und mehr oder weniger verärgert oder enttäuscht. Es hilft dann auch nicht, wenn man das Kriterium „Leistung“ aufdröselt in vier Einzelkriterien. Denn dann hat man am Schluß gerade dieses bewertet, wird aber dem Mitarbeiter damit nur wenig gerecht. Vor allem aber kommt man den Unternehmenszielen damit nicht näher. Denn „Leistung“ alleine reicht nicht und vieles vor allem ist eine Selbstverständlichkeit, die es nicht zu honorieren gilt, sondern bei Absenz zu sanktionieren. Denn heutzutage ist mehr vom Mitarbeiter zu erwarten als daß er seine Arbeit ordentlich, fehlerfrei und einigermaßen zügig macht.

Flexibilität beispielsweise in verschiedenster Form, sei es was unterschiedliche Arbeitsplätze aber auch Arbeitszeiten angeht. Aber auch Informationsverarbeitung, Auffassungsgabe und Informationsweitergabe sind wichtige Kriterien, die den guten vom schlechten Mitarbeiter unterscheiden. Eine Bedienungsanleitung lesen zu können, ein PDF-Dokument öffnen und ausdrucken und eine kleine Excel-Tabelle beispielsweise sortieren zu können sind Kompetenzen, die einen guten Mitarbeiter auszeichnen. Auch die Bereitschaft sich fortzubilden, neue Aufgaben zu übernehmen, unbequeme Jobs zu machen, zeichnen aus oder disqualifizieren. Auch die Art und Weise wie der Umgang mit den Vorgesetzten und auch den Kollegen ist, wie die Kommunikation stattfindet, können Kriterien für ein modernes Leistungs-Beurteilungssystem (LBU) sein. Vorschläge zur kontinuierlichen Verbesserung, ordentliche Umgangsformen bei der Kommunikation mit Kunden und Interessenten helfen dem Unternehmen in der Weiterentwicklung. Eine moderne LBU enthält deshalb weniger die Leistung im Sinne von Fehlerfreiheit und Geschwindigkeit als eben vor allem auch die Dinge, die zukünftig auch oder gar verstärkt für das Unternehmen wichtig sind. Und wer dazu dann in die gängigen Tarifverträge schaut nach Vorlagen, der hat schon verloren. Oder ist auf dem Weg nach gestern.

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